Nach bestem Wissen und Gewissen

Danke, deutscher Bundestag: Seit dem letzten Wochenende ist unsere Familie um 28000 Euro zwangsenteignet worden, der „Kanzlermehrheit“ sei dank! 7000 Euro pro bundesdeutschen Einwohner werden zur Bürgung von Schulden eingefordert, in der Summe 211 Miliarden Euro.

Gott sei Dank können wir uns da auf die Profis im Bundestag verlassen, die es offensichtlich besser wissen, als die gefühlte Mehrheit der Deutschen, die es lieber sehen würde, wenn Griechenland sich selbst überlassen werden würde. Aber leider werden wir hier durch einen Beitrag in der Sendung Panorama des NDR (1) eines besseren belehrt: Viele Politiker wußten nicht einmal darüber Bescheid, worüber sie eigentlich abstimmen: Sie wußten weder, um welche Summe es genau ging, noch wußten sie, welche Länder bisher von dem Sicherungsmechanismus profitiert haben.

Einem einfachen Bürger mag man diese Wissenslücke ja nachsehen, wenn aber bereits unsere hochdotierten und mit profitablen Nebeneinkünften ausgestatteten Volksvertreter nicht Bescheid wissen und dann trotzdem dafür stimmen, dann kann ich nur den Schluß daraus ziehen, dass dieses Volk keine besseren Politiker verdient hat.

Dem Schlußsatz der Moderatorin in diesem Beitrag , die „Politiker würden nach bestem Wissen und Gewissen stimmen, nur das Wissen ist noch ausbaufähig“, kann ich durchaus zustimmen: Wer nichts weiß, der braucht sich kein schlechtes Gewissen zu machen, höchstens dafür, unvorbereitet eine gravierende Fehlentscheidung für unsere Kinder und Enkel getroffen zu haben.

Quellen
(1) Panorama vom 29. September 2011, Ahnungslose Abgeordnete Rettungsschirm.

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Über Wolf Michael

Interested in politics, especially everything, that covers the situation of families in Germany.
Dieser Beitrag wurde unter Rettungsschirm, Steuern veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Nach bestem Wissen und Gewissen

  1. Dirk schreibt:

    Hallo Wolf Michael,

    schön, mal wieder von Ihnen zu lesen.

    Meine Emotionen zum Thema „Rettung von Banken, die sich gegen hohe Zinsen Ramschpapiere gekauft haben“ sind ziemlich eindeutig. Woher Sie allerdings das mit der „Zwangsenteignung“ nehmen, erschießt sich mir dennoch nicht. Höchstens „Zwangsverschuldung ohne Rückzahlungsabsicht“ und damit eine Erhöhung Ihrer Zinslast. Wenn Sie also auf Ihre Familie umlegen wollen, dann rechnen Sie besser mit ca. 100 Euro im Jahr (knapp 4% eff. Jahreszins). Unnötige Ausgaben, natürlich, aber Sie werden nicht enteignet, sondern „nur“ zinsversklavt.

    Das Thema „Ahnungslosigkeit“ bewegt mich ebenso wie Sie. Allerdings ist es hier ja nicht so, dass vertiefte Fachkenntnisse abgefragt wurden. Nein, es waren Fragen, die jeder Zeitungsleser, sei es auch nur die Bild-Zeitung, direkt hätte beantworten können. Auch wenn man Panorama den Vorwurf gemacht hat, sie haben nur die schlechten Antworten gesendet, muss man schockiert sein, dass es überhaupt eine nennenswerte Anzahl offenbar vollkommen ahnungsloser Abgeordneter gab.

    Worin ich Ihnen nicht recht geben kann ist, dass Sie dem Volk die Schuld daran unterjubeln: Wer genau da sitzt, kann der Wähler kaum beeinflussen, denn Sie könne ja immer nur Listen wählen und wenn Sie der Grüne Bundestagskandidat auch noch so überzeugt, der wird seinen Wahlkreis nicht gewinnen können und so wählen auch Sie ihn vermutlich eher nicht. Vielleicht auch nicht, weil er eben für die Grünen kandidiert.

    Die von den Parteien vorgegebene Listenreihenfolge und der Fraktionszwang: zwei Sargnägel der Demokratie. Hat nicht der Lammert jetzt Stress, weil er unliebsame Redner zugelassen hat die, man höre und staune, nicht von Ihren Fraktionen benannt wurden? Das so etwas überhaupt in die Geschäftsordnung vordringen kann, finde ich schon eine Ungeheuerlichkeit.

    Grüße,
    Dirk

    • Wolf Michael schreibt:

      Lieber Dirk,
      ich freue mich ebenso, dass Sie mich wieder mit einer scharfsinnigen Analyse beehren, und in vielen Punkten haben Sie ins Schwarze getroffen. Vielen Dank.
      Mit freundlichen Grüßen aus dem spätsommerlichen Würzburg,
      Wolf Michael

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