Fördern und Fordern

Deutsche Familienpolitik der letzten Jahrzehnte hat kläglich versagt: Letzter Platz in der europäischen Geburtenstatistik, gemäß einer OECD-Studie mit Höchststeuern belastete deutsche Familien (1), Eindampfung der Leistungen deutscher Krankenkassen für Kinder (2), Ausbau von Ganztagskasernen für deutsche Kinder (3) und eine „Familien“-Ministerin auf Tauchstation (6) sprechen eine deutliche Sprache. Mit einem Ausgleich des Geburtenrückgangs ist nicht zu rechnen, denn jeder Hochqualifizierte, der halbwegs bei Verstand ist, wird um Deutschland mit seiner enormen Steuerlast, einer gescheiterten Familienpolitik und damit einhergehend weiter steigenden Sozialabgaben einen großen Bogen machen. Keine etablierte Partei ist bisher mit dem Anspruch angetreten, Familien in Deutschland zu stützen: Deutschland schafft sich ab.

Erziehung von Kindern im Schoß der Familie muß erste Wahl bleiben, diese Erkenntnis wird durch aktuelle Forschungsergebnisse der Bindungs- und Gehirnforschung bestätigt. Hingegen wird der Drang Kinder außerhäuslich versorgen zu lassen, durch deutsche Steuer- und damit einhergehend Familienpolitik forciert.

Dabei existiert eine Lösung schon seit einem Jahrzehnt in den Schubladen deutscher Politiker, wurde nur bisher noch nie aufgegriffen und meines Wissens nie ernsthaft öffentlich diskutiert. Vielleicht war die Zeit bisher noch nicht reif genug.

Das „Erziehungsgehalt 2000“ (4) bietet einen umfassenden Lösungsvorschlag für dieses Dilemma, und wird von vielen Kleinparteien, die sich den Interessen der Familien verschrieben haben, propagiert. Wieso nicht auch von den etablierten Parteien?

1. Das Konzept sieht eine Umwandlung aller familienbezogenen „Maßnahmen“ in ein Erziehungsgehalt und eine finanzielle Aufstockung vor, die die Steuerlast von Familien in Deutschland auf einen Durchschnittswert absinken läßt
2. Die Gegenfinanzierung ist mittelfristig durch verschiedene Maßnahmen möglich (5)
3. Durch Einführung dieses Modells wird wieder Wahlfreiheit hergestellt

Aus meiner Sicht muß die Förderung durch das Einfordern von Gegenleistungen flankiert werden, das ist das gute Recht einer Gesellschaft, die durch ihre Steuern dieses Modell mitträgt: Ein Erziehungs“gehalt“ kann nur für eine Erziehungs“leistung“ gezahlt werden. Ist jemand nicht willens, diese Leistung zu erbringen, dann soll er dafür auch kein Gehalt beziehen. Dann greift das alternative außerhäusliche Angebot an Betreuungseinrichtungen, Schulspeisung und Vereinsaktivitäten oder Musikunterricht per „Bildungsschein“.

Quellen:
(1), (2), (3) siehe vergangene Blogeinträge auf wolfmichael.wordpress.com.
(4) Erziehungsgehalt 2000, Ein Weg zur Aufwertung der Erziehungsarbeit, Deutscher Arbeitskreis für Familienhilfe e.V., Freiburg i. Br., April 1998, ISBN 3-9806156-0-X.
(5) siehe (4), ab Seite 117.
(6) siehe hierzu das Antwortverhalten der Ministerin auf abgeordnetenwatch.de; aus eigener Erfahrung weiß ich, dass direkt an die Dame adressierte Mails von ihr auch nicht beantwortet werden, was den Inhalt Ihrer Standardantworten  konterkariert.

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Über Wolf Michael

Interested in politics, especially everything, that covers the situation of families in Germany.
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