Karriere-Killer Familie?

Karriere-Killer Familie: So titelte vor kurzem „Welt aktuell“, ein Derivat des Axel Springer Verlages (1). Weiter lesen wir dort, jede zweite Frau würde ihre berufliche Karriere aufgrund von Doppelbelastung ändern. Familie als Ärgernis und Gängelband, als lästiges Übel, dass Frauen in ihrem Weiterkommen behindert? „Welt aktuell“ wird kostenlos im ICE der Deutschen Bahn verteilt und ist im freien Handel nicht erhältlich; man darf daher nicht erwarten, gut recherchiertes Material geboten zu bekommen, denn Qualität hat ihren Preis. Der Autor hat die Intention seiner einzigen Quelle nicht hinterfragt: Eine Auftragsarbeit der Bertelsmann-Stiftung (2), die, so erfahren wir bei Wikipedia, ähnlich wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (3), Bürger an einen Rückzug des Sozialstaates „gewöhnen“ möchte. „Frauen werden zu Gebährmaschinen degradiert“, so Ex-Bischof Mixa; eine Äußerung, die hierzu einen Kontrapunkt darstellt. Eine andere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Frauen in ihrer Rolle als Mutter sich Kompetenzen erwerben, die sie zu Allroundern in der freien Wirtschaft befähigen. Karriere-Killer Familie? Das mag vielleicht die von der Bertelsmann-Stiftung gewünschte Schlußfolgerung sein, die der Autor des Artikels dann auch geliefert hat. Für mich erweist sie sich bei näherer Betrachtung als Unfug.

Quellen:
(1) Karriere-Killer Familie, Welt aktuell, 12.8.2010, Seite 1
(2,3) de.wikipedia.org, Stichwort Bertelsmann-Stiftung, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

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Über Wolf Michael

Interested in politics, especially everything, that covers the situation of families in Germany.
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Eine Antwort zu Karriere-Killer Familie?

  1. Ute Kröger schreibt:

    In der Tat, als eine der staatlich geduldeten Gebärmaschinen ohne Einkommen und Sozialabgaben, die sich durch Mutterschaft und Erziehungsarbeit Kompetenzen auch für die freie Wirtschaft erworben hat, sehe ich schlecht recherchierten Atikeln ebenfalls mit Sorge ins Auge.
    Es ist sehr schade, daß Meinungsmache auf einer so niveaulosen Plattform immer wieder Gehör findet.

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